GRATIS REPORT
So organisieren Sie
eine erfolgreiche Party.

INTERVIEW
Die 10 meistgestellten Fragen an einen Zauberer.

PROGRAMME Lustiger Zauberer Tisch Zauberei Musikalischer Zauberer Kinder Zaubershow
NEWSLETTER
abonnieren

INTERVIEW MIT EINEM ZAUBERKÜNSTLER

Die zehn meistgestellten Fragen an einen Zauberer

beantwortet von Selim Tolga


Wann hast du mit der Zauberei angefangen und wie bist du dazu gekommen?

Ich besass, wie viele andere Kinder auch, einen Zauberkasten. Zwar faszinierten mich schon als Kind die Tricks, aber der Funken sprang erst mit 17, als ich bei einer Bekannten eine Frau sah, die für alle Eingeladenen Zaubertricks zeigte. Ich war verzaubert und rannte sofort nach Hause und nahm den Zauberkasten wieder hervor. Kurz darauf fand ich in einem Bücherladen ein Zauberbuch. Dort erfuhr ich, dass es Zauberklubs, Zauberläden und eine Magische Vereinigung gibt. In einem Zauberladen lud man mich ein, mich in einem Zauberklub mit einer kleinen Show als Kandidat zur Aufnahme zu bewerben. Zwei Jahre verbrachte ich dann, nach erfolgreicher Aufnahmeprüfung, in diesem Zauberklub und lernte von erfahrenen alten Hasen die Grundlagen der Zauberkunst. Nach zwei Jahren legte ich die Aufnahmeprüfung für den Magischen Ring der Schweiz (MRS) ab. Dies tat ich mit Erfolg und entschied mich kurz darauf, wieder auszutreten und meinen eigenen Weg zu gehen, was ich bis heute tue.

Zauberer, Zauberkünstler

Kann man vom Zaubern leben?

Wenn man sich gut verkaufen kann, ja. In der Schweiz gibt es ca. 300 Amateur-Zauberer, welche die Zauberkunst als Hobby ausführen. Daneben gibt es auch professionelle Zauberer und einige mit internationalem Erfolg wie etwa Peter Marvey, die sehr gut leben von der Zauberei. Wem es gelingt, mit einer Zaubernummer ins Fernsehen zu kommen, hat enorme Starthilfe. Ich arbeite im Moment an einer 10-minütigen Manipulationsnummer, welche für das Fernsehen konzipiert ist. Ich kombiniere Beruf mit Hobby, das war immer meine Wunschvorstellung.

Zauberhafte Unterhaltung, Zaubershow

Bist Du nervös vor Auftritten und wie bereitest Du Dich vor?

Heute ist es nicht mehr die gleiche Nervosität wie bei meinen ersten Auftritten vor über zehn Jahren. Die Erfahrung schafft Sicherheit. Dennoch: ein bisschen Nervosität gehört dazu: man weiss nie, welches Publikum einen erwartet und es passiert fast immer etwas Unerwartetes. Man könnte es so formulieren: Das erste Date mit einer Frau. Du bist nervös, weisst nicht genau was Dich erwartet, dann sagst du dir: sei einfach du selbst und gib dich locker. Und dann: Die Frau ist sympathisch, das Eis ist gebrochen und von Nervosität ist keine Spur mehr. Hoffentlich sage ich jetzt nicht was Falsches! Vor Auftritten ziehe ich mich jeweils zurück, und mache etwas ganz anderes wie zum Beispiel Musik hören oder etwas lesen. Das wichtigste ist die Vorbereitung, der ich besondere Achtung schenke. Bei einer Zauberdarbietung muss jedes Detail stimmen.

Zaubertricks verraten

Warum dürfen Zauberer keine Tricks verraten?

Weil Sie damit Sinn und Zweck der Zauberei zerstören würden. Die Zauberkunst will den Zuschauer für einen kurzen Augenblick in eine andere Welt entführen und ihn verzaubern wenn er sich bezaubern lässt. Verrät man Tricks, nimmt man ihm diese Möglichkeit weg. Man enttäuscht ihn sogar, denn wer das Geheimnis kennt, fühlt sich betrogen, weil er diese simple Lösung nicht selbst herausfand. Dann gibt es noch den Ehrenkodex, dem alle Zauberer unterliegen. Jeder Zauberkünstler, der in einer magischen Vereinigung Mitglied ist, schwört diesen Schwur. Bis auf den maskierten Magier im Fernsehen von SAT1, der zahlreiche Tricks verraten hat, halten sich alle daran.

Zauberei zaubern

Welches war Dein peinlichster Moment mit Zuschauern?

Oh, da gab es viele! Tatsache ist, dass bei jedem Auftritt immer etwas Unerwartetes passiert. Manchmal etwas Grösseres und zum Glück manchmal auch etwas Kleineres. Improvisieren ist hier das A und O. Am Anfang war dies ein Grund für mich, mit der Zauberei aufzuhören. Aber auch hier gibt die Erfahrung Sicherheit und ich gehe heute locker damit um.
Hier einige peinliche Momente von meinen Zauberauftritten (nichts ist erfunden, es ist genau so passiert):
1. Bei einem Trick war eine Karte auf meinen Rücken geklebt. Eine Zuschauerin sollte diese Karte voraussagen. Dies war leicht, sie stand direkt hinter mir und konnte die Karte gut sehen. Aber warum ich von achtzig Zuschauern genau die Person gewählt hatte, die farbenblind ist, ist auch mir schleierhaft.
2. Angetrunkene Zuschauer versteckten zum Untersuchen herausgegebene Requisiten. Dies passierte bei einem meiner ersten Auftritte, ich war masslos überfordert mit der Situation. Heute würde ich mit einem Lächeln reagieren und sagen: Diese Zuschauer benötigen auch etwas Aufmerksamkeit, gebt ihnen einen kräftigen Applaus damit sie sich besser fühlen.
3. Der Hund. Ich machte einen Trick direkt beim Publikum mit einer Frau. Erst als ich schon angefangen hatte, bemerkte ich einen grossen Hund unter ihrem Stuhl. Er blieb ruhig, schaute mich aber an. Nach dem Trick, zurück auf der Bühne, kam er dann in langsamen Schritten auf mich zu. Ich erstarrte und reagierte mit einem verkrampften Lächeln. Vorne angekommen schaute er mich an ohne zu bellen, dann kehrte er wieder zurück. Er wollte zeigen, dass er auch da ist.
4. Die Laura. Sie war ein wirklich süsses drei-jähriges Mädchen, das permanent zu mir nach vorne rannte und alles anfasste. Nichts hielt sie zurück. Sie wäre vermutlich die perfekte Assistentin?
5. Bei einem Hochzeitsauftritt machte ich einen Überraschungsakt mit der Braut vorne auf der Bühne. Sie machte alles toll, es war eine Freude. Dann bekam Sie einen Lachanfall. Ich besorgte ihr einen Stuhl und da sass Sie nun und lachte sich krumm, mit ihr auch das angesteckte Publikum und ich.
6. Ein Auftritt fand in einem sehr niedrig gebauten Dachstock statt. Als ich den Raum mit meinen Requisiten betrat, schlug ich fürchterlich den Kopf an. Ich schaute etwas verdutzt in die Menge und suchte die Situation mit einem Lächeln zu meistern. Ich ging weiter und schlug gleich ein zweites Mal die Birne. Ohne Worte.
7. Bei einem Zirkusauftritt hatte ich während zwei Wochen mit dem Bretterboden zu kämpfen, der über einem unebenen Boden angelegt worden war. Wo immer ich auch stand und meine Requisiten aufnehmen wollte, alles war in ständiger Bewegung und ich wusste nie was als nächstes verrutschte. Am Ende machte ich eine Comedynummer daraus.

Echte Zauberer, wirklicher Magier

Gibt es auch richtige Zauberer, mit übernatürlichen Kräften?

Ich weiss es nicht. Ich habe viel von Ihnen gehört und hoffe, eines Tages einem zu begegnen. Besonders in asiatischen Ländern soll es viele echte Magier geben. Tatsache ist aber auch, dass viele sich nur so verkaufen, als besässen sie übernatürliche Kräfte.

Zauberkünstler und Illusionist

Was macht eine gute Zauber-Show aus?

Es gibt Tricks die jeder sofort erlernen kann. Sie funktionieren mit speziellen Mechanismen und sehen meist auch sehr verdächtig aus. Dann gibt es Tricks mit Alltagsgegenständen, bei denen die Zauberei mit den Händen geschieht. Diese sind viel verblüffender für den Zuschauer und wesentlicher Teil einer guten Zaubershow. Denn darum geht es ja, ums verblüfft sein. Und um zu lachen. Leute wollen nicht nur verblüfft sein, sie wollen lachen. Beim Lachen vergessen sie oft, nach dem Trickgeheimnis zu suchen und akzeptieren die Zauberei als das was sie ist: Unterhaltung. Der zweite wichtige Punkt ist die Präsentation. Was nützt der beste Zaubertrick der Welt, wenn der Künstler seinem Publikum nicht sympathisch ist? Die Tricks sind bei mir heute sekundär. Sicher, ich schaue, dass es gute Tricks sind. Tricks mit Alltagsgegenständen. Dann aber konzentriere ich mich ausschliesslich auf die Präsentation. Wie trete ich vor das Publikum? Wie bewege ich mich? Wie gehe ich auf einzelne Zuschauer ein? Was sage ich beim Vorführen eines Tricks? Wie bringe ich mein Publikum zum lachen?
Diese Punkte machen eine gute Zaubershow aus. Nur die Erfahrung vor Publikum lehrt einen Schritt für Schritt seinen persönlichen Stil zu finden. Mein Stil ist in meinem Slogan enthalten: Zauberei mit Witz und Charme!

Magier zaubern magisch

Zauberer, Zauberkünstler, Illusionist oder Magier?

Alle haben das gleiche Ziel: Zu unterhalten mit Hilfe von Tricks. Einen Unterschied gibt es nicht zwischen den verschiedenen Berufsbezeichnungen.
David Copperfield nennt sich Illusionist. In der Zauberkunst gibt es verschiedene Sparten. Tischzauberei, Bühnenzauberei, Manipulation (Dinge erscheinen und verschwinden lassen), Salonzauberei, Strassenzauberei, Grossillusionen (Zaubertricks mit grossen Requisiten wie zersägte Jungfrau etc.). David macht vor allem Grossillusionen, deshalb nennt er sich Illusionist.

Selber zaubern lernen

Wie funktioniert der Trick mit der schwebenden Frau?

Wer hier eine Antwort erwartet sollte nochmals die Frage mit dem Ehrenkodex nachlesen!

Zaubertricks lernen

Warum zauberst Du?

Weil ich es kann und es mir grosse Freude bereitet. Ich sprühe vor unendlich vielen ständig neu anwachsenden Ideen. In der Zauberei kann ich diese ausleben. Wichtigster Beweggrund: die Zuschauer. Ich habe gerne Menschen und stehe auch gerne im Mittelpunkt. Vor lachenden und staunenden Gesichtern zu stehen ist ein sehr schönes Gefühl. Man hat das Gefühl, diesen Leuten für einige Momente Glücksmomente zu schenken. Gibt es einen besseren Grund um zu zaubern?



Fragen an einen Zauberer, PDF-File   Diese Seite als PDF zum ausdrucken.